J and I and Me
2005-09-26
 
JAOO Keynote Open Source von Sun

Die erste Keynote auf der JAOO wurde von Simon Phipps (Chief Open Source Officer, Sun) gehalten. Er war vorher bei IBM für Java zuständig...

Der Beginn war das nicht anders zu erwartende bei Sun: Wir sind im Participation Age und nicht mehr im Consumer Age. Dadurch ändern sich einige Sache: Security Thema ist die Digital Identity, SOA kommt (aber WS-* ist überbewertet), Software wird auf Basis des Werts abgerechnet und Märkte werden zu Conversations (siehe The Cluetrain Manifesto). Sun hat mit den eigenen Blogs offensichtlich positive Erfahrungen gemacht: Es führt zu mehr Transparenz und damit zu mehr Vertrauen.

Open Source ist auch ein Vertreter dieser Bewegung, die eben Software öffnet. Vor allem bietet Open Source den Vorteil, dass man wählen kann: Brauch man nur die Software oder auch Support usw.? Eine Abhandlung darüber soll Coase's Penguin sein.

Wesentlicher Punkte ist, dass die Open Source Community Werte erzeugt und damit auch Geschäftsmöglichkeiten. Dabei kann man jedoch jeweils nur den Unterschied zwischen der allgemein verfügbaren Open Source Software und der eigenen Arbeit berechnen.

An dieser Stelle sprach er auch von dem Gatekeeper, der kontrolliert, was in die Code Basis zurück geht. Das ist natürlich allgemein bekannt, aber trotzdem recht interessant, weil ich genau dieses Verfahren normalerweise ablehne, weil es nicht skaliert: Man kann nur soviel Software bauen, wie der Gatekeeper verarbeiten kann. Darüber muss man also nochmal nachdenken.

Open Source ist in erster Linie die Freiheit zu entwicken. Für den Benutzer ist allerdings die Freiheit in der Verwendung wichtiger. Das kann er jedoch nicht nur mit Open Source erreichen, weil er dann an das Open Source Produkt gebunden ist. Erst mit Interoperabilität, Standards und Open Source kommt er zum Ziel.

Das Geschäftsmodell umfasst dabei nicht nur Services, sonder auch andere Dinge: Es geht im wesentlichen nur darum, dass man eine gemeinsame Basis hat, die nichts kostet, und dann in den Differenzierungsaspekten im Wettbewerb steht.

Er führte dann Solaris als Fallstudie aus. Dabei stellte er klar, dass Solaris aus seiner Sicht nicht mit Linux konkurriert, weil beide sehr unterschiedliche Communities haben.

Er zeigt dann auch noch eine Folie zum Thema Java und Open Source. Dabei stellte er klar, dass z.B. bei Java EE Open Source sehr weit verbreitet ist. Auf die Frage, ob man das Java Runtime Environment Open Source machen soll, gibt es zwei Antworten aus seiner Sicht: GNU Classpath ist schon verhältnismäßig weit und Apache Harmony wird die JVM dazu bauen. Außerdem würde er lieber Java SE 6 als Open Source sehen als dass man Java SE 5 noch Open Source macht und dafür Ressourcen verbraucht.

Ingesamt hat mir der Vortrag recht gut gefallen. Ich habe jetzt verstanden, dass Sun mit OpenSolaris in Zukunft möglicherweise besser dasteht als IBM mit AIX, weil sie auf gleicher Ebene mit Linux konkurrieren: Beides sind Open Source Produkte und man kann daher mit dem Betriebssystem eh kein Geld mehr verdienen, sondern nur noch mit darauf aufbauenden Dingen.
 
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Comments:
Na ja. Das mit J2SE 6 statt J2SE 5 klingt erst mal putzig, ist aber natuerlich voellig verdreht in der Praxis.

Es existiert weder eine offizielle Spezifikation von 1.6 (der 'Standard' ist ja bei weitem nicht fertig), noch ist die Teilnahme an dem JSR dafuer in irgendeiner sinnvollen Funktion moeglich, und der gesamte Spezifizierungsprozess findet unter Ausschluss der Oeffentlichkeit statt. Was nicht spezifiziert ist, kann man halt nicht sinnvoll implementieren.

Sun veroeffentlicht zwar regelmaessig Snapshots von ihrer proprietaeren Entwicklungsversion von 1.6, aber die hat mit Open Source soviel zu tun wie die Windows Betas von Microsoft: so gut wie gar nichts.

Da die ganzen J2SE Versionen aufeinander aufbauen, indem immer mehr APIs in die Kernbibliotheken hereingeschaufelt werden, muss man halt J2SE 5 implementieren, bevor man an J2SE 6 implementieren kann, so wie man halt AWT braucht um Swing implementieren zu koennen.

Wenn man den proprietaeren Quelltext fuer alles in 1.5 besitzt, faellt es einem natuerlich leicht von Ressourcenverschwendung zu reden, da Sun ausschliesslich proprietaere J2SE Umgebungen entwickelt, und eine Open Source implementierung nicht gebrauchen kann. Wenn man all die Bibliotheken erst als Open Source implementieren muss, schuettelt man da halt den Kopf.

gruss,
dalibor topic,
kaffe.org
 
wahhh... bitte in Deutsch!
Ich schreibe zwar viel in Java, aber ihr Text war furchtbar zu lesen!
 
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