J and I and Me
2006-04-23
 
Stabilität schadet manchmal

Es gibt anscheinend ein "ehernes Gesetzt" bei Java, dass da lautet "Thou shalt keep the byte code stable" (Der Bytecode soll stabil bleiben). Tatsächlich gibt es bei der JVM nur einige wenige Änderung im Bytecode über die mittlerweile 10 Jahre, die die Technologie mittlerweile auf dem Buckel hat. Das ist eine gute Sache, denn JVM können so schrittweise immer weiter optimiert werden. Gleichzeitig ist es aber auch ein Problem. Deutlich wird dies z.B. bei den JDK 1.5 Generics, die ohne Byte Code Änderungen auskommen. Dadurch wird es zum Beispiel unmöglich, einen generischen Hibernate-DAO zu schreiben, denn Hibernate benötigt das Class-Objekt der aktuell verwalteten Klasse. Genau das bekomme ich aber in einer generischen Klasse nicht:



public class DAO extends HibernateDAOSupport {
public T getByID(int id) {
return (T) getHibernateTemplate().get(T.class, new Integer(id));
}

}



Das T.class gibt es in Java eben nicht. Die generischen Klassen entstehen, weil nur jeweils an den richtigen Stellen Typ-Casts eingefügt werden. Es gibt sie nur einmal, für den hier skizzierten Code müsste es sie aber für jeden Typ einmal geben, da hier eben anderer Code ausgeführt werden muss. Oder man ändert eben den Byte-Code - was man nicht getan hat.

Genau dasselbe gilt für die Unterstützung dynamisch typisierter Sprachen wie Ruby: Auch hier gibt es keinen Unterstützung im Byte-Code und es ist frühstens in Java 7 damit zu rechnen (siehe auch JSR 292).

.NET geht hier einen anderen weg: Die CLR ändert sich mit jedem Release. Die Frage ist nun, warum der Bytecode stabil gehalten wird. Ehrlich gesagt ist mir das nicht klar, denn die Stabilität macht vielleicht das Leben der JVM-Entwickler einfacher, aber zahlenmäßig sind das eben nicht so viele.

Es erinnert mich an einen anderen Bereich: Bei der Geldpolitik sollen die Währungsbanken wie die Europäische Zentralbank oder früher die Bundesbank die Inflation berücksichtigen (und zwar eigentlich nur die Inflation). Es ist jedoch fraglich, ob die hier erstrebte Stabilität wirklich das wichtigste Problem ist, oder ob nicht auch andere Sachen wie z.B. die Arbeitslosigkeit signifikant sind...
 
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Comments:
sieh hier..
 
Die im Link angebene Lösung funktioniert, erfordert aber für jede durch Domänenklasse auch eine eigene DAO Klasse, man kann also nicht

GenericDAO<Kunde, Integer> dao=new GenericHibernateDAO<Kunde, Integer>();

schreiben und das kann auch nicht gehen, weil ich im GenericHibernateDAO Zugriff auf das Class-Object zu Kunde (Kunde.class) haben muss und das geht einfach nicht.

Hier wird die Type Erasure durch eine Subklasse mit konkretem Typ-Parameter umgangen. Durch das Bauen einer Subklasse wie

public class KundeDAO extends GenericHibernateDAO<Kunde, Integer> {
...
}

wird der Typ-Parameter gebunden und man kann ihn durch Reflection rausfinden. Ob das nun eleganter ist, als

GenericDAO<Kunde, Integer> dao=new GenericHibernateDAO<Kunde, Integer>(Kunde.class, Integer.class);

sei dahingestellt.
 
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