J and I and Me
2006-09-18
  Java "Bloat"
Eine weitere interessante Geschicht für Java ist, dass Java SE 6 einige Features nicht mehr haben soll, wie hier nachzulesen. Allerdings geht es dabei um ganze Pakete, deprecated Methoden wird es wohl noch bis an's Ende der Tage im JDK geben. Ich bin nicht sicher, ob das eine gute Idee ist. Vorteil ist aus meiner Sicht vor allem, dass es einfacher wird ein JDK zu implementieren. Die paar MB, die das JDK durch solche Features größer wird, kann ich mir nicht wirklich als Problem vorstellen. Und bisher gibt es als Kandidaten auch nur das Midi-Kit (das nun tatsächlich nicht so wichtig ist). Interessant ist, dass man auch CORBA rausnehmen wollte, was nun wirklich nicht die beste Idee ist, weil immer noch viele darauf aufbauen.

Das wirkliche Problem ist allerdings, das die Bibliotheken umfangreicher werden und damit auch schwerer verständlich. Nur gerade dieses Problem löst man so nicht, da eben die Größe der Bibliotheken im wesentlichen gleich bleibt und Midi wahrscheinlich nicht die beste Sache ist. Deprecated-Methoden herauszuwerfen ist meiner Ansicht nach auch keine Lösung (und wird eben auch nicht passieren), weil das unnötig bestehenden Code bricht.

Aus meiner Sicht gibt es die Chance, eine Abstraktion über Java zu bauen. Spring geht hier schon recht weit, weil es Bibliotheken als Abstraktionsschichten enthält. Ein anderer interessanter Gedanke ist, auch andere Sprachen, die auf der JVM laufen, als eine solche Abstraktion zu sehen: Sie bieten auch einen anderen Zugriff auf die Java-Features und -Bibliotheken. Vor allem sind diese Ansätze sinnvoll, weil Java eben durch die vielen Bibliotheken auch viele Möglichkeiten bietet - eine EInschränkung der Bibliotheken erscheint da kaum sinnvoll.
 
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Comments:
Das Problem mit Java ist nicht unbedingt, dass es zu viele Bibliotheken gibt. Die Sprache selbst ist mittlerweile ziemlich komplex - über 500 Seiten Sprachspezifikation voller Spezialfälle sprechen da eine deutliche Sprache. Und das zweite Problem ist, dass einige der Standardbibliotheken suboptimal sind - Abstraktionslayer über Bibliotheken wären in vielen Fällen überflüssig, wenn es gelungene Standard-APIs gäbe.

Gruß

Erich Pawlik
 
Das Problem der Bibliotheken ist, dass sie Standards sind, bei denen aber Benutzerfreundlichkeit nicht im Vordergrund steht. Eine Abstraktion wie Spring nützt hier natürlich. Wenn die zu Standard-APIs würden, wäre das Problem gelöst, wie Sie richtig anmerken.

Bzgl. der Sprache: Ja, Java ist komplizierter geworden. Ich würde dennoch denken, dass es gegenüber C++ noch immer einfacher ist. Operator Overloading, Multiple Inheritance und der Präprozessor alleine seien genannt. Man könnte außerdem anführen, dass Ruby gar keine Sprachspezifikation hat, so in dem Interview mit den JRuby-Entwicklern zu hören, die damit natürlich Spaß haben, weil sie sich an der Ruby-Implementierung messen müssen und nicht an einer Spezifikation (was Java dennoch nicht entschuldigt).

Letzendlich ist es eben das typische Verrotten, das Software nun mal so an sich hat. Und Java hat sich da für 10 Jahre gar nicht schlecht bewährt, denke ich.
 
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