J and I and Me
2007-06-27
  The ServerSide Java Symposium: Language oriented Programming Keynote
Martin Fowler und Neal Ford von Thoughworks sprachen in dieser Keynote über "Language Oriented Programming". Im Wesentlichen ging es um DSLs (Domain Specific Languages). Sie ist auch wichtig für die Kommunikation. Ihrer Meinung nach sollte man eine oder mehrere DSLs mit einer GPL (General Purpose Language) kombinieren, um eine Anwendung zu entwickeln. Language-oriented Programming ist eine Stil, bei der man Software aus einer Reihe von Domain Specific Language implementiert. Eine "Internal DSL" basiert auf der Syntax der Basis-Sprache, sei es Java oder Ruby. Lisp-Programmierer arbeiten zum Beispiel auf diese Weise. Ein Beispiel ist ihrer Meinung nach Ruby on Rails. Es scheint wie eine Erweiterung der Sprache um Features für die Implementierung von Web-Seiten. Ein anderes Beispiel sind Bibliotheken für de Erzeugung von Mock-Objekten wie jMock oder EasyMock. Würde man dort eine "normale" API nutzen, würde die Implementierung deutlich komplizierter werden.

Eine Regel ist "Behandle Code-Zeilen wie Sätze." Ein Satz ist dabei ein vollständig abgeschlossener Gedanke. Das sollte dazu führen, dass man den Code besser und flüssiger lesen kann. Lesbarkeit ist wichtig: Man schreibt Code nur einmal, aber typischerweise wird der Code 2,5 mal gelesen. EIn Beispiel wäre Car,describedAs().insulated().length(50) etc. Wenn man einen Methoden-Aufruf pro Zeile schreibt, wird das übersichtlich. Beispiel eliminiert man dabei die Setter und Getter (was aber zum Beispiel beim IDE-Support meiner Meinung nach zu einem Problem führt). Wenn man hier den Trick nutzt, dass das Objekt verschiedene Interfaces anbietet, so kann man dadurch die Methoden auf bestimmte Stellen einschränken. jMock soll dadurch sehr einfach benutzbar sein, weil man mit der Code Completion durch das Schreiben des Codes gut geleitet wird. Dann gab es ein Beispiel aus Groovy, bei dem man die vorhandenen Java-Klassen wie Date und Calendar eine hübsche API hinzugefügt hat. Ihrer Meinung nach sind XML-Dokumente ein Ergebnis davon, dass die Implementierung einer DSL mit Java nicht so einfach wie mit XML ist. Das ist ihrer Meinung nach eine DSL. Allerdings ist das XML dann nicht sehr lesbar - aber leicht zu parsen. Was bedeutet, dass man sie nicht einem Endanwender zeigen will.

DSLs kann man bauen mit Antlr, Yacc (JFlex/CUP), JavaCC oder SableCC. Interessanterweise fehlen hier die typischen Code-Generatoren wie Open ArchitectureWare, warum auch immer. Vor allem, weil die vorhandenen Werkzeuge laut Martin schwer zu erlernen sind. Seine Empfehlung ist Antlr, weil es dazu ein Buch und auch Tool-Support gibt.

Internal DSLs haben den Vorteil, dass man die volle Mächtigkeit der unterliegenden Sprache hat. Nachteil: Man muss eine Sprache mit Klammern benutzen, was Laien schwer zu vermitteln ist. Und man ist durch die Syntax und Semantik der Sprache eingeschränkt. External DSLs - also DSLs mit Generator - benötigen einen aufwändigen Translator und man hat keine Support für die Basis-Sprache.

Language Workbenches entstehen: Zum Beispiel von Intentional Software von Chares Simnonyi, Ex-Microsoft, Excel und Word-Projektleiter und Weltraum-Tourist. Dann gibt es Software Factories von Microsoft und die JetBrains-Ideen wie MPS von den Machern von intelliJ. Dieses neue Werkzeug macht es möglich, den Abstract Syntax Tree zu editieren. Die editierbare Repräsentation ist eine Projektion der abstrakten Repräsentation.

Aber entstehen dadurch nicht eine Sprache-Kakaphonie? Es ist genauso wie bei Framework und generell: Wenn die Abtraktion in der DSL nicht stimmt, dann wird das kompliziert. Außerdem muss man eh was lernen und es ist nur eine dünne Abstraktion über Frameworks. Meiner Meinung nach ist das nicht vollständig richtig, denn die jeweiligen Frameworks waren ein Problem für die Einarbeitung neuer Mitarbeiter.

Ziel ist es, Code zu schreiben, die ein Analyst lesen kann, aber nicht schreiben können muss. Technologien wie COBOL oder auch SQL; die dazu führen, dass man Code von einem Anwender schreiben lassen kann, haben das jedenfalls nicht geschafft.

Dieser Ansatz sehen sie als ein Wettbewerbsvorteil und möglicherweise als das nächste große DIng nach OOP.

Der Talk war recht interessant und zeigt, dass man sich wieder Gedanken über Sprachen macht. Inhaltlich gab es einige interessante Aspekt, aber DSLs sind ja schon länger ein Thema. Interessant ist eher, dass Martin Fowler und Thoughtworks sich so intensiv um das Thema kümmern. Sie sind auch sonst auf der Konferenz sehr präsent.
 
Bookmark and Share
Comments:
"..jMock oder EasyMock. Würde man dort eine "normale" API nutzen, würde die Implementierung deutlich komplizierter werden."

Und mit DSL freundlicheren Sprachen wie Ruby wird das Mocken mit Tools wie FlexMock sogar noch einfacher und noch weniger Code (als in Java).

Ansonsten: Danke für die informativen Postings!
 
Kommentar veröffentlichen

<< Home
J for Java | I for Internet, iMac, iPod and iPad | Me for me

ARCHIVES
Juni 2005 / Juli 2005 / August 2005 / September 2005 / Oktober 2005 / November 2005 / Dezember 2005 / Januar 2006 / Februar 2006 / März 2006 / April 2006 / Mai 2006 / Juni 2006 / Juli 2006 / August 2006 / September 2006 / Oktober 2006 / November 2006 / Dezember 2006 / Januar 2007 / Februar 2007 / März 2007 / April 2007 / Mai 2007 / Juni 2007 / Juli 2007 / August 2007 / September 2007 / Oktober 2007 / November 2007 / Dezember 2007 / Januar 2008 / April 2008 / Mai 2008 / Juni 2008 / August 2008 / September 2008 / November 2008 / Januar 2009 / Februar 2009 / März 2009 / April 2009 / Mai 2009 / Juni 2009 / Juli 2009 / August 2009 / September 2009 / Oktober 2009 / November 2009 / Dezember 2009 / Januar 2010 / Februar 2010 / März 2010 / April 2010 / Mai 2010 / Juli 2010 / August 2010 / Oktober 2010 / Januar 2011 / Februar 2011 / März 2011 / April 2011 / Mai 2011 / Juni 2011 / August 2011 / September 2011 / November 2011 / Februar 2012 / April 2012 / Mai 2012 / April 2013 / Mai 2013 / Juni 2013 / Januar 2015 / Juli 2015 / Februar 2016 /

Links

Twitter
Google +
Slideshare
Prezi
XING
LinkedIn
Das Spring Buch


Feeds

Feedburner


Impressum
Betreiber und Kontakt:
Eberhard Wolff
Leobschützer Strasse 22
13125 Berlin
E-Mail-Adresse: eberhard.wolff@gmail.com

Verantwortlich für journalistisch-redaktionelle Inhalte:
Eberhard Wolff