J and I and Me
2005-12-30
 
Spring 2.0

Mittlerweile ist Spring 2.0 M1 erhältlich, was eine Vorrausschau auf einige wichtige Features erlaubt.

Eines ist die Möglichkeit, auch Objekte per Spring zu konfigurieren, die mit new erzeugt werden. Dazu kommt hinter den Kulissen AspectJ zum Einsatz. Bisher wurde ein Spring-Anwendung aus Diensten wie DAOs oder Geschäftsprozessen gebaut, die dann jeweils fachliche Klassen austauschen. Diese werden typischerweise nicht mit Spring verwaltet. Durch dieses neue Feature kann man zum Beispiel solche fachlichen Klassen durch Spring verwalten lassen und ihnen Referenzen z.B. auf den DAO mitgeben. Dadurch kann man dann an der fachlichen Klassen save() aufrufen, was dann an das DAO weiterdelegiert wird.

Eigentlich ist das ein schönes Feature, weil die Trennung in DAOs und Services auf der einen Seite und fachliche Klassen auf der anderen Seitet der Objektorientierung widerspricht: Man will ja eigentlich Objekte haben, an denen man Methoden aufrufen kann und nicht nur objektorientierte Datenmodellierung betreiben. Ich bin mir allerdings nicht so sicher, ob das tatsächlich ein so gutes Features ist. Denn auf diesem Weg verliert man die Möglichkeit, die fachlichen Klassen ohne die Dienste zu verwenden. Bei der Übertragung solcher Objekte zwischen Client und Server sind dann lustige Effekte zu benfürchten, weil man die Dienste kaum sinnvoll mit übertragen kann. Das ist ein wenig so wie das Hibernate Lazy Loading Problem, das auch auftritt, wenn man die Objekte dann zum Client schicken will. An sich ist die interessante Sache die, dass man durch Spring und SOA zu Service-orientierten Systemen kommt und die reine Objektorientierung nicht mehr so erstrebenswert erscheint.

Die restlichen Spring 2.0 Features sind eindeutig positiv: Die Konfiguration wird durch XML Schemas vereinfacht, so dass man Features wie AOP wesentliche einfacher handhaben kann. Das einzige Problem hier ist, dass die einzelnen Spring Beans und ihre Zusammenarbeit zum Teil nicht mehr so klar zu erkennen sind, aber das ist eher Information Hiding als ein Problem. Und man muss mehr unterschiedliche XML Schemas kennen.

Ein weiteres Feld ist die neue AspectJ Syntax. Zum einen werden Pointcuts jetzt so ausgedrückt und zum anderen kann man mit der AspectJ Syntax auch Klassen durch Annotationen zu Aspekten machen. Mir gefällt beides recht gut. Die Syntax von AspectJ ist mächtiger und vor allem kann man so später hoffentlich einmal die Spring AOP Laufzeitumgebung transparent gegen AspectJ austauschen. Das wiederum erhöht dann die Wahlfreiheit des Entwickler.

Noch eine kleine Eigenwerbung: Wenn alles so läuft, wie ich hoffe, wird mein Buch weltweit das erste Buch überhaupt sein, das Spring 2.0 behandelt... Hoffen wir also das beste! Auf jeden Fall bleibt Spring eine spannende Plattform.
 
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Der Wert von Updates

Ein interessanter Aspekt des Software-Business sind Updates. Ich muss sagen, dass ich sie eigentlich gerne mag. Der Grund ist, dass man umsonst und ohne sehr großen Aufwand neue Features, bessere Performance und mehr Stabilität bekommt. In Bezug auf Sicherheit ist es außerdem so, dass man eigentlich dazu gezwungen ist, Updates einzuspielen, weil man sonst eben zuviele Sicherheitslöcher hat. Auch an Stellen außerhalb des Computers: So gibt es auch in den Bluetooth-Stacks einiger Telefone Bugs, die leichtes Ausspionieren gestatten. Auf jeden Fall versuche ich, aktuelle Software zu verwenden.

Was auf der anderen Seite passieren kann, habe ich in den letzten Tagen erlebt: Man versucht eine Telefonanlage unter Windows XP zum Laufen zu bringen. Ergebnis: Treiberupdate und am Ende auch ein Firmware-Update der Telefonanlage. Lustig ist das ganze vor allem, wenn man gerade an dem Teil arbeitetet, dass die Verbindung zum Internet herstellen soll. Na ja, sowas passiert in der Mac-Welt natürlich nie.
 
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Weihnachten

An dieser Stelle zunächst allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest!
 
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2005-12-19
 
Mac OS X für Java Entwicklung?

Ich bin im Rahmen des DOAG Tags von einem Zuhörer über die Vorzüge von Mac OS X für Java Entwicklung gefragt worden. Meine Antwort war: "Es gibt keine". Es stimmt auch: Neue Java Versionen kommen später. So sind die aktuellen Betas für 1.6 nur für Linux oder Windows zu haben. Die Performance ist zum Teil zum Heulen. Ein Startup von Tomcat auf meinem Powerbook dauert ca. 45 Sekunden (G4 1.5GHz). Auf dem Windows Rechner zu Hause (Athlon XP 3200) ca. 20 Sekunden. Und zwar in einer Linux Installation unter VM Ware mit ca. 300 MB zugewiesenem Speicher. Das ist natürlich ein unfairer Vergleich, aber dennoch entspricht es der "gefühlten" Geschwindigkeit. Warum dennoch Mac OS X?


Das Ende von der Geschichte? Rational wäre es wahrscheinlich besser, eine Linux oder Windows Box zu haben. Aber ich werde mein Powerbook höchsten gegen ein Intel Powerbook tauschen, auf dem dann Linux in einer VM läuft. Es ist eben nicht nur die Performance und die Features in Bezug auf Java, die zählen, sondern es gibt eben mehr.
 
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2005-12-16
 
Viel hilft viel

Eine Fehlannahme ist immer noch erschreckend weit verbreitet: Was nichts kostet, ist auch nichts wert. Dazu gibt es hier einen interessanten Artikel, der bezeichnenderweise aus dem Software-Entwickler-Paradis Google kommt. Wenn also solche Sachen dort passieren, wird es anderswo - vorsichtig gesagt - nicht besser sein. Diesen Trend gibt es bis zu einem gewissen Maße auch im Java Bereich. Das Commitment zu einem Application Server ist oft "strategisch", was auch sinnvoll ist, da es die Ablaufumgebung definiert. Von daher werden sich Open-Source Lösungen "von unten" durchsetzten, wie dies bei Betriebssystemen mit Linux schon der Fall war. Auch heute gibt es diese Ansätze, bei denen Geronimo oder ein anderer Open Source Application Server für die Tests verwendet wird und anschließend dann in Produktion ein kommerzielles Produkt läuft. Viel interessanter ist die Entwicklung bei Datenbanken, da hier HSQL den entscheidenen Vorteil hat, dass sie in-memory läuft und dadurch für Tests schnell aufbaubar und löschbar ist.

Hier hat Spring durch die leichte Integration in vorhandene Umgebungen und die flexible Verwendbarkeit unterschiedlicher APIs sicher die richtige Entscheidung getroffen. Wenn der Betrieb eben einen kommerziellen Application Server verwenden will, ist die mit Spring möglich. Soll es ein Open Source Server für Tests sein, geht auch dies. Vor allem ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass Spring sich bei den klassischen Themen wie Skalierbarkeit, Ausfallsicherheit usw. auf eine externe Infrastruktur wie z.B. einen Application Server oder einen Web Server verlässt. Ich glaube aich, dass Application Server Hersteller dies verstanden haben. So denke ich, dass BEA genau in Richtung Betrieb, Administrierung usw. arbeitet und nicht mehr so sehr die einfache Verwendung für den Programmierer im Blick hat. Aus diesem Grund wird EJB 3 auch nicht so sehr von den Application Server Herstellern gepusht. Interesse haben vor allem Persistenz-Firmen wie Oracle und eben JBoss, die strategisch eben die Programmierer als wichtiger sehen.

Na ja, schauen wir mal, was dabei rauskommt...
 
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2005-12-14
 
Überheblich: Sehr sympathisch...

Wie man hier sehen kann, sind einige soweit, dass sie sich fragen, warum man noch Java EE Anwendungen ohne Spring entwickeln sollte. Vielleicht sollte ich den Titel meiner Standard Spring Präsentation von "Spring - Das neue Java EE" zu "Warum Sie nicht mehr Java ohne Spring entwickeln wollen" ändern....
 
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2005-12-08
 
Ein soziales Experiment names Ruby on Rails und Java

Ruby on Rails scheint die Java Gemeinde doch zu bewegen. Ein Kommentar zu meiner Beyond Java Rezension läuft noch in die Richtung: "Noch ein Hype, was soll das?", was ja nicht völlig von der Hand zu weisen ist. Dem (anonymen) Kommentar ist es zu verdanken, dass ich das hier gefunden habe, was weder sachlich noch eine Diskussion ist. Sehr lehsenswert ist auch der Kommentar zu dem Posting, in dem es um den Irak-Krieg geht. Wenn es in die Richtung läuft, fühlen sich einige Leute wohl nicht dazu in der Lage, noch sachlich zu argumentieren. Schade. Ich denke, von Ruby on Rails kann man genauso lernen, wie wir von .NET zum Beispiel Annotations gelernt haben. Dazu muss aber überhaupt ernsthaft auf diese Sachen raufgucken.
 
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2005-12-07
 
"Beyond Java" Rezension Online

Meine Rezension zu "Beyond Java" findet sich jetzt online und zwar hier. Noch ein Wort zum Blog: Ja, es wird bald auch wieder inhaltliche Artikel und nicht nur Werbung geben... ;-)
 
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Messages, dynamische Typisierung, MOM, ...

In letzter Zeit gibt es einen recht großen Hype um das Thema dynamisch typisierte Sprachen. Prototypisch ist dabei das Thema Ruby und insbesondere Ruby on Rails. Ein wesentlicher Teil der Argumentation ist dabei, dass ein wesentlicher Vorteil von Ruby die dynamische Typisierung ist. Dadurch sollen sich zum Beispiel die Verwendung von Aspekten oder Mocks deutlich vereinfachen. Einen Mock zu bauen, ist nicht mehr zu kompliziert, weil man keinen Typ festlegen muss und nur die Methoden implementieren muss, die tatsächlich aufgerufen werden. Aspekte versuchen trotz statische Typisierung dafür zu sorgen, dass man in die Methodenaufrufe noch eingreifen kann. Hier verwendet Ruby ein Renaming der Methoden, mit denen man die Klassen ergänzen kann.

Letztendlich ist nun die Frage, ob eigentlich die dynamische Typisierung wirklich das Thema ist. Eigentlich geht es eher darum, dass Methodenaufrufe durch Messages ersetzt werden. Dieses ist ein kleiner Unterschied und vor allem ein Unterschied in der Art und Weise, wie man über die Kommunikation zwischen Objekten nachdenkt. Prototypisch ist das "Message Not Understood" von Smalltalk. Damit kann man an einer Klasse eine Methode deklarieren, die aufgerufen wird, wenn eine nicht bekannte Methode aufgerufen wird. Mit dem Methoden-Begriff darüber nachzudenken, macht wenig Sinn. Mit dem Messages-Begriff geht es besser: Diese Message wird ausgelöst, falls die Message nicht anderweitig ausgeführt werden kann. Übrigens wird es dadurch ein leichtes, Delegation zu implementieren oder auch Dinge, für die man bei Java CGLIB oder Dynamic Proxies braucht.

An dieser Stelle kommt man auch recht schnell auf das Command Pattern: Letztendlich ist es ein Verfahren, mit dem man auch sowas wie eine Umschreibung eines Methode als Message implementiert. Dies hat die bekannten Vorteil, dass man zum Beispiel in einer GUI den Elementen jeweils Commands zuordnen kann, die definieren, was ausgeführt werden soll, man kann Undo und Redo recht leicht implementieren usw. Von da aus ist es dann auch kein weiter Schritt zu Message Oriented Middleware: Dort werden auch Messages ausgetauscht statt Remote Procedure Calls, was in Bezug auf die Zuverlässigkeit positiv ist, weil man die Messages speichern kann und dadurch so lange Vorhalten kann, bis sie bearbeitet werden. Ebenfalls spielen Latenz-Zeiten keine so große Rolle.

In letzter Instanz bedeutet dies, dass man über Objektorientierung und den Methoden-Begriff nochmal nachdenken muss. Welche konkreten Konsequenzen sich daraus ableiten, ist eben die Frage, die man dann beantworten muss...
 
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2005-12-06
 
Java Magazin

Im aktuellen Java Magazin ist eine Rezension von mir über Beyond Java, über das ich hier schon was geschrieben habe. Außerdem steht dort, dass Spring sich zu einer ernsthaften Konkurrenz zu Java EE gemausert hat, was man an dem Titel meines Vortrags "Spring: Das neue Java EE?" auf den Punkt gebracht würde. Ich bin allerdings mittlerweile soweit, dass ich Spring eher als einen neuen Ansatz für Java Entwicklung im allgemeinen sehe, nicht nur für Java EE. Wirft die Frage auf, ob ich in Zukunft den Vortrag unter dem Titel "Spring: Das neue Java?" halten soll... ;-)
 
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2005-12-01
 
Das Spring Buch wirft seine Schatten vorraus...

Nachdem ich heute das Manuskript für das Spring Buch rausgeschickt habe, finden sich auch die ersten Hinweise auf das Buch im Internet: Beim dpunkt.verlag hier und natürlich bei http://www.spring-buch.de. Zu sehen gibt es allerdings noch nicht so viel...
 
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