J and I and Me
2009-03-07
  Über den Sinn und Unsinn von Pooling
In letzter Zeit tauchte bei meinen Trainings und Beratungen wieder das Thema Pooling auf.

Wir erinnern uns: Man schreibt das Jahr 1998. Alle Welt baut CORBA-Systeme, meistens mit C++. Thread-Sicherheit - gerade mit C++ - ist kompliziert. Neue Objekte zu bauen ist teuer. Also führt man jeden Request mit einem Thread in einem eigenen Objekt aus und um nicht andauernd neue Objekte zu bauen, poolt man sie - denn Objekterzeugung ist teuer. Die Implementierung dazu baut man manuell. Basierend darauf führt EJB dann dieses Modell in die Java-Welt ein, so dass man es einfach nutzen kann, statt es ständig erneut zu implementieren.

Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2009. Verschiedene Dinge haben sich geändert:


Übrigens ist es interessant, dass kaum ein Spring-Entwickler weiß, wie man mit Spring Pooling aktiviert. Das bedeutet, dass es in der Praxis offensichtlich nicht benötigt wird - sonst würden es ja mehr Leute kennen.

Und noch ein Hinweis: EJB 3.1 definiert mittlerweile auch Singletons, wie sie bei Spring schon lange genutzt werden - weil Pooling eben oft unnötig ist. Aber die Annahme der Spezifikation ist offensichtlich, dass man sehr häufig nebenläufigen Zugriff auf die Singletons haben wird, die synchronisiert werden müssen. Wie bereits erwähnt, halt ich das wegen der typischen Zustandslosigkeit für die extreme Ausnahme. Diese Ausnahmen kann man sehr gut mit den Java-Mitteln wie dem synchronized Schlüsselwort und den Klassen aus java.util.concurrent zu Leibe rücken. Gerade diese Features heben ja Java von C++ ab. EJB 3.1 führt zusätzlich Annotationen ein, um diesem Problem zu begegnen. Warum die vorhandenen Mittel nicht reichen, ist zumindest mir unklar und ich glaube auch, dass man in den meisten Systemen meistens Singletons haben wird, die eh thread-safe sind. Und: Wenn schon ein neues Concurrency-Modell - warum dann nur für EJBs?

Einer der Gründe, warum SpringSource die Java-EE-6-Spezifikation nicht angenommen hat, sondern sich bei der Abstimmung enthalten hat, ist übrigens, dass dieser Ansatz für Concurrency mit Annotationen noch nie in der Praxis ausprobiert worden ist. Ein weiterer wichtiger Grund ist sicher, dass das ursprünglich geplante minimale Web-Profil nun in der Spezifikation doch nicht enthalten ist - obwohl genau dies die am meisten verwendete Plattform für Enterprise-Java-Entwicklung ist. Die vollständige Abstimmung inkl. unserem Kommentar findet sich unter http://jcp.org/en/jsr/results?id=4821.

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Comments:
Hallo Eberhard,

der Link zum Public Review Ballot scheint nicht der richtige zu sein. Ich nehme an, Du meintest diesen hier:

http://jcp.org/en/jsr/results?id=4821

Viele Grüße,

Gunnar
 
Ja, danke für den Hinweis - ich habe es korrigiert.
 
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