J and I and Me
2007-08-30
  BEA über Spring
In diesem Post schreibt Andy Piper, einer der Köpfe hinter BEA WebLogic, seine Meinung zu Spring und gibt Gründe dafür, warum BEA an Spring und Spring-OSGi interessiert ist. Letztendlich geht es darum, dass man mit Spring ein technologie-unabhängiges Programmiermodell hat - was gerade bei innovativen Ansätzen jenseits des "offiziellen" Java EE ein kaum zu überschätzender Vorteil ist.

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  Spring Web Services 1.0
Wie man hier und hier nachlesen kann, haben wir gerade Spring Web Services 1.0 herausgegeben. Warum noch ein Web Services Framework? Immerhin gibt es ja schon Axis oder XFire und XFire hat auch eine gute Spring-Integration.

Die bekannte Best Practise für Web Services ist Contract First - aber meistens wir in der Realität nur bedingt danach gehandelt. WSDL von Hand zu schreiben ist schwierig und aus dem WSDL enstehen dann bei den verschiedenen Web-Service-Technologien zum Teil gewöhnungsbedürftige Klasse - abgesehen davon, dass XML-Schema als Typsystem innerhalb von WSDL nicht auf Java abildbar ist, da es deutlich umfangreicher ist.

Spring Web Services hat nun den Ansatz, Contract First zu einer Realität zu machen. Dabei muss der Entwickler aber nur die zu übertragenden Daten-Formate mit XML Schema festlegen, was keine allzu große Hürde ist und den Aufwand auf die wirklich kritische Stelle bei der Interoperabilität begrenzt - die Datenformate. Daraus wird dann das WSDL erzeugt.

Gleichzeitig hat der Entwickler die Möglichkeit, mit nahezu beliebigen XML-APIs das XML zu parsen oder die Antwort zusammenzubauen. Cool ist auch die Möglichkeit, Teile des XML über Annotationen direkt an die Parameter einer Methode binden zu lassen. Durch eine API wie JAXB kann man dann die Verwendung von XML praktisch unsichtbar machen - oder mit anderen APIs wie JDOM direkt auf dem XML-Dokument arbeiten.

Also ist Spring Web Services nicht nur ein weitere Web-Services-Framework, sondern es nimmt sich dem Problem von Contract-First-Web-Services an und hat daher auf jeden Fall seinen Platz im Web-Service-Universum. Übrigens ist in meinem Buch auch schon ein Kapitel über Spring Web Services und auf der Web Site kann man sich die Samples mit einem Beispiel für Spring Web Services herunterladen.

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2007-08-21
  AJAX, Architektur und Spring?
Auf den ersten Blick scheint AJAX "nur" ein neues GUI-Paradigma zu sein. Das ist sicher auch richtig, allerdings sind z.B. Rich Clients auch "nur" ein neues Paradigma, haben aber deutliche Auswirkungen auf die Architektur einer Anwendung. AJAX ist ähnlich. Ich glaube nicht, dass es damit getan ist, dass man einfach eine geeignete Web-Widget-Bibliothek verwendet. Eigentlich geht es um das Aufrufen eines Servers und das anschließende Manipulieren einer Web-Seite durch Änderungen am DOM-Tree des HTML-Codes. Das kann zumindest im der vollen Flexibilität nicht von einer GUI-Widget-Library abgedeckt werden, die nur passende Buttons etc. anbietet. Dieser Umstand ist eine schlechte Nachricht für alle, die JavaScript ablehnen - man wird sich wohl für ernsthafte AJAX-Anwendungen mit JavaScript beschäftigen müssen. Übrigens hat JavaScript einige interessante Features wie der Prototyp-Objekt-Ansatz und es bietet Funktionen höherer Ordnung, also beispielsweise Funktionen, denen man Funktionen übergeben kann. Bei AJAX ist das ein wichtiges Feature: Man kann so eine Methode auf dem Server aufrufen und eine JavaScript-Funktion übergeben, die mit dem Ergebnis aufgerufen wird. Kein Vergleich mit dem Umgang mit einem Java-Swing-ActionListener, der wesentlich mehr Code erfordert, der auch schwerer zu verstehen ist.

Was bedeutet das für die Architektur? Meiner Meinung nach sollte man sich an den Gedanken gewöhnen, JavaScript für AJAX selber zu schreiben. Das zweite Resultat ist, dass man AJAX-Cients ähnlich wie Rich Clients als einen zusätzlichen Aufrufer der Service-Schicht sehen sollte. Im Prinzip rufen AJAX-Anwendungen mit JavaScript Logik auf dem Server auf, wie man das früher mit RMI, CORBA usw. gemacht hat - nur das die Clients in JavaScript geschrieben sind und das Protokoll XML mit HTTP ist. Das ist eine Abkehr von dem Verschicken von Seiten und Formularen - ähnlich der Transition von Terminals hin zu GUIs.

Ich denke, dass in einer Spring-Architektur nur zusätzliche Exporter für die Service notwendig sind, um sie mit JavaScript ansprechbar zu machen. So etwas setzt zum Beispiel DWR um, das den Aufruf von Spring-Beans von JavaScript aus nahezu trivial macht. Dabei kann man die Java-Objekte auch übertragen und auf dem JavaScript-Client als JavaScript-Objekte auspacken - was das Leben erheblich vereinfacht.

Eine Vereinfachung, die hinter eigenen Widgets AJAX versteckt, sehe ich zumindest kritisch - solche Abstraktionen führen leicht dazu, dass man weniger Mächtigkeit mit seinen Werkzeugen hat, als wenn man direkt mit JavaScript und dem HTML-DOM-Baum arbeitet. Und eine Lehre aus Spring ist, dass eine Abstraktion nur wirklich gut ist, wenn man sie im Notfall durchbrechen kann.

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